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Die Rezeptecke...
Ich denke, ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage,
daß der Grat zwischen Hedonismus und der puren Gier sehr schmal sein kann.
Deshalb auch eine kleine Auswahl an recht schlichten Leckereien aus meinem Bestand.
Ich bin mir sicher, daß mit der Zeit noch das eine oder andere Rezept oder die passende
Bebilderung hinzukommen wird.
Manchmal habe ich Probleme mit einer genauen Mengenangabe, denn da gewinnt meistens
die maßlose Gier die Überhand. Ich denke jedoch, hier immer realistisch geblieben zu sein...
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Rübezahlfeuer
In Tschechien entdeckt, gegessen und mittlerweile schon sehr gelungen nachgekocht.
Ich habe zwar einige Anläufe gebraucht, aber jetzt kommt mein Ergebnis schon sehr
nahe an das Original.
Die Zutaten:
- Etwa 800 g Schweinefilet (in Streifen)
- 3-4 große Zwiebeln
- 1 Becher Sahne
- ca. 5cl Rotwein
- Gewürze:
-Salz
-Pfeffer
-Cayenne-Pfeffer
-Paprikagewürz
Die geschälten Zwiebeln werden halbiert, in Scheiben geschnitten und in der
Pfanne glasig gebraten (nicht braun oder gar cross). Die Zwiebeln warmhalten,
das in streifen geschnittene Fleisch anbraten und mit Salz, schwarzem Pfeffer,
Cayennepfeffer sowie Paprika würzen.
Die Zwiebeln danach zusammen mit dem Fleisch in der Pfanne vermengen, einen
Becher Sahne und den Wein hinzugeben. Das Ganze dann noch nach eigenem Schmerzempfinden
scharf nachwürzen und kurz köcheln lassen.
Die Wahl der Beilagen überlasse ich jedem nach seinem Geschmack.
Wenn ich es mir beim Schreiben so überlege,... überbacken bestimmt auch sehr lecker...
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Marmelade aus grünen Tomaten
Meinem Empfinden nach anfangs recht ungewöhnlich, dennoch sehr schmackhaft.
(auch wenn ich selber kein großer Fan von Marmelade bin).
Die Zutaten
- 1 kg grüne Tomaten
- 1 kg Gelierzucker
- 1 Vanillestange
Zubereitung:
Die Tomaten heiß überbrühen, häuten und anschließend mit dem Pürierstab zerkleinern.
In einen Topf zusammen mit dem Gelierzucker und dem Mark der Vanillestange geben
und kochen (gegebenenfalls noch die ausgekratzte Stange mitkochen).
Eigentlich eben wie bei jeder anderen Marmelade auch,... ca. 5 Minuten unter
ständigem Rühren kochen und heiß in Gläser einfüllen (gegebenenfalls Vanillestange
wieder entnehmen).
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"Herr Bollmann"
Eigenartiger Name für ein Dessert, aber der Mann der diesen Nachtisch mitbrachte, hieß so...
und weil ich weiß, wie sehr da jemand auf dieses Rezept gewartet hat,
hier nun in voller Länge und ohne Fehler,... Ein Foto wird noch nachgeliefert.
Die Zutaten:
- Himbeeren (gefroren)
- Baiser
- Schlagsahne
Die Sahne wird ohne Zuckerzusatz geschlagen, das Baiser zerkleinert bis man etwa erbsengroße
Stücke hat. Von nun an wird das Ganze schlicht in einer Schüssel (vorzugsweise aus Glas)
geschichtet, angefangen mit etwa 1-2 fingerbreit Baiser. Diese erste Schicht mit den gefrorenen
Himbeeren bedecken, und darauf wiederum eine Schicht Sahne streichen.
Das wird so lange wiederholt, bis einem entweder die Zutaten ausgehen oder
die Schüssel voll ist. Die abschließende Schicht sollte allerdings aus Sahne sein.
Danach noch etwa eine halbe Stunde stehen lassen und es ist eine servierfertige "klebrige
Köstlichkeit" ;-)
Zu den Schichtdicken noch abschließend: Das richtet sich grundsätzlich nach persönlichem
Empfinden und sicherlich auch irgendwann nach Erfahrung, aber an den 1-2 fingerbreit kann
man sich schon gut orientieren und bei den Himbeeren so verfahren, daß jeweils eine geschlossene
Lage vorhanden ist.
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Wodka-Kirsch-Wackelpudding
Dieses Rezept gehört zu den gern gesehenen Partygästen. Schlicht in der
Ausführung an sich, allerdings schwer den richtigen Geschmack zu treffen.
Auf die Probleme, auf die ich immer wieder stoße, komme ich noch zu sprechen.
Die Zutaten:
- Kirschsaft
- Wodka
- Zucker
- Gelantine
Mengenangaben habe ich aus den Zutaten herausgelassen (sieht nicht gut aus, ich habe es
ausprobiert). Ein volles Rezept benötigt 1 Flasche Wodka (billiger geht auch, habe ich mir
sagen lassen), 4 Flaschen Sauerkirschsaft (0,7l ohne Fruchtfleisch) und 700g Zucker
(auf den komme ich noch zu sprechen).
Eine Flasche vom Saft in einen Topf geben und erwärmen, um den Zucker und die Gelantine zu lösen.
Danach in ein ausreichend großes Gefäß gießen und mit dem restlichen Saft und dem Wodka
vermischen. Die anderen drei Flaschen Saft und der Wodka sollten vorgekühlt sein, damit der
Wackelpudding sich schneller verfestigt.
Problematisch kann bei der Zubereitung folgendes werden: Die Zuckermenge muß auf den
verwendeten Saft abgestimmt sein. Nach dem Vermengen mit Wodka, sollte die Götterspeise keinen
strengen Alkoholgeschmack mehr aufweisen (was einen perfekten Pudding auch gefährlich macht),
also ständiges Abschmecken und gegebenenfalls Nachsüßen.
Dieses Rezept funktioniert sicherlich auch mit anderen Saft/Alkohol-Kombinationen,
aber ich mag eben Wodka-Kirsch.
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Weinherstellung (Johannisbeerwein)
Einige kleine Absätze über dieses Thema sind sicherlich nicht genug, um die
Weinherstellung erschöpfend zu behandeln, aber selbst mit wenig Aufwand lassen
sich hier schon bemerkenswerte Ergebnisse erzielen.
Dieses Rezept bezieht sich auf die Maischegärung von Johannisbeeren. Eine
Saftgärung ist auch möglich (Maischeangaben durch Saft ersetzen), allerdings
bevorzuge ich persönlich die Maischegärung, deren Ergebnisse mir geschmacklich
und farblich eher zusagen.
Die Zutaten:
Tischwein
- 3 l Maische
- 6 l Wasser
- Antigeliermittel
(die benötigte Menge ist auf dem Beipackzettel zu finden
und bezieht sich auf die verwendete Frucht)
- 2 kg Zucker
- 4 Tabletten Hefenährsalz
- 1 Flasche Hefekultur Steinberg oder Assmannshausen
(ich selber habe auch gute Erfahrungen mit Burgunder-Hefe gemacht)
Dessertwein
- 3 l Maische
- 5 l Wasser
- Antigeliermittel
- 3 kg Zucker
- 4 Tabletten Hefenährsalz
- 1 Flasche Hefekultur Portwein
Nach dem Pflücken der Früchte (ich habe schon an Erntehelfer gedacht)
werden diese zerkleinert, wobei ein Pürierstab gute Dienste leisten kann.
Das Antigeliermittel wird der Maische hinzugegeben.
Den Zucker und die zerkleinerten Nährsalztabletten im Wasser auflösen.
Weil der Zucker sich im warmen Wasser besser löst, die Hefekulturen aber
nicht höheren Temperaturen als 40 Grad ausgesetzt werden sollten, bietet
es sich an, die Zuckerlösung schon einige Zeit vor dem Abfüllen zu machen,
oder nur einen Teil des Wassers zum Lösen des Zuckers zu erhitzen und den
Rest mit kaltem Wasser aufzufüllen.
Die Maische und die Zuckerlösung werden dann in den einen Gärballon eingefüllt,
ebenso wie die Weinhefe (vor Gebrauch kräftig schütteln). Gärröhrchen aufsetzen
und das ganze dann 2 Wochen gären lassen.
Nach diesen zwei Wochen wird die Maische dann mit einem Baumwolltuch abgepreßt
und der Weinansatz wieder in den Gärballon gegeben. Jetzt kann der Wein die
nächsten drei Monate an einem gleichmäßig temperierten Ort ausgären.
Von meinen bisherigen 9 Weinansätzen würde ich alle als gelungen bezeichnen.
Abgesehen davon, daß sie alle betrunken machen, sind auch alle auf ihre Art
farblich und geschmacklich recht gut geworden (auch ohne den Zuckerzusatz auf
den enthaltenen Fruchtzucker abzustimmen). Probleme hatte ich nur mit der
Trübung bei einem weißen Wein, was ich allerdings auf einen defekten Filter
zurückführe.
Die Gerätschaften:
- Gärballon
- Gärröhrchen mit Gummistopfen
- Weinheber
- Leere Flaschen und Korken
- Handkorkmaschine
Außerdem noch nützlich:
- Vinometer (zum "Messen" des Alkoholgehaltes)
- Handpumpe und Filter (bei großen Mengen empfehlenswert)
Die grundlegendsten Gerätschaften bekommt man ebenso wie die speziellen Zutaten (Antigel,
Weinhefe und Nährsalz) in einer gut sortierten Drogerie.
Ich habe aber auch in meiner Linkliste einen Shop verlinkt, der Gerätschaften und
die Zutaten anbietet. Bei größeren Weinmengen ist hierbei der Simplexfilter mit Handpumpe
sehr zu empfehlen.
Die Früchte:
Rote Johannisbeeren
Wahrscheinlich die geläufigste Sorte in den heimischen Gärten. Abgesehen davon,
daß diese Beeren meinem Empfinden nach viel zu klein sind, gibt es an der
Verarbeitung und dem Ergebnis von mir nichts zu bemängeln.
Weiße Johannisbeeren
Die Ergebnisse mit weißen Johannisbeeren und Steinberger Weinhefe haben mir so gut gefallen,
daß ich auf weitere Experimente mit diesen Beeren verzichte. Ein trockener und dabei sehr
fruchtiger Wein.
Schwarze Johannisbeeren
Allgemein sehr gute geschmackliche Ergebnisse, vor allem mit Burgunderhefe. Der Wein
hat eine sehr dunkle, kräftige Farbe.
Positiv sollte noch erwähnt werden, daß die Beeren größer sind ;-). Das Abpressen
der Maische ist allerdings ungleich schwieriger als bei den anderen Beeren, da
sich das Tuch sehr schnell zusetzt.
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